Aus- und Weiterbildung
Einstiegsqualifikation (EQ)
Die Einstiegsqualifizierung ist ein betriebliches und bezahltes Langzeitpraktikum, in dem erste Ausbildungsinhalte vermittelt werden. Zielgruppen sind benachteiligte Schulabgänger, denen Unternehmer eine Ausbildung zutrauen. Auch Jugendliche mit Inklusionshintergrund können eine EQ antreten.
- Für Unternehmen
FAQ´s
Was ist eine EQ?
Die EQ, ist ein betriebliches Langzeitpraktikum und dient Ausbildungssuchenden als Brücke in die Berufsausbildung. Seit 2007 ist die EQ fester Bestandteil in Sozialgesetzbuch II / III und wird aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit finanziert. Förderberechtigt sind private und öffentliche Arbeitgeber.Welche Zielgruppe ist für eine EQ geeignet?
Ausbildungswillige und ausbildungsfähige Jugendliche mit individueller oder eingeschränkter Vermittlungsperspektive, die bisher in kein Ausbildungsverhältnis vermittelt werden konnten oder noch nicht über eine entsprechende Ausbildungsreife verfügen. Das Ziel einer EQ ist die Übernahme in eine Berufsausbildung. Daraus ergibt sich jedoch keine Verpflichtung.Eine EQ ist auch für Menschen mit Behinderungen geeignet, die eine Fachpraktikerausbildung anstreben.Auch für Menschen mit Integrationshintergrund ist die EQ sehr gut geeignet. Hier kann bei mindestens 20 Wochenstunden eine EQ in Teilzeit anvisiert werden. Damit ist der parallele Besuch z.B. eines Sprachkurses möglich.Wie lange geht eine EQ?
Eine EQ soll mindestens 4 bis maximal 12 Monate dauern. Das übergeordnete Ziel der EQ ist die Aufnahme einer Berufsausbildung. Demzufolge ist der Start einer EQ entsprechend vor den Beginn des neuen Ausbildungsjahres zu setzen.Was muss mein Betrieb vermitteln?
Die EQ orientiert sich an Ausbildungsinhalten anerkannter Ausbildungsberufe und soll auf eine spätere Berufsausbildung vorbereiten. Eine individuelle Gestaltung der Inhalte lässt sich gemeinsam mit der IHK abstimmen.Kann eine EQ in Teilzeit erfolgen?
Eine EQ in Teilzeit muss mindestens 20 Wochenstunden umfassen. Den Teilnehmenden soll so z. B. der Besuch eines Sprachkurses ermöglicht werden.Was ist eine EQ Plus?
Eine EQ Plus zielt auf förderungsbedürftige Jugendliche, die ohne Hilfe eine EQ nicht erfolgreich absolvieren können. Teilnehmende können in der begleitenden Phase der Assistierten Ausbildung (AsA flex) unterstützt werden.Schließe ich einen Vertrag mit dem Teilnehmenden?
Die EQ ist ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, daher muss mit dem geförderten Teilnehmer ein EQ-Vertrag geschlossen werden. Das Ziel einer EQ ist die Übernahme in eine Berufsausbildung. Daraus ergibt sich jedoch keine Verpflichtung.Wie sind Vergütung, Sozialversicherung und Förderung geregelt?
Ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis bedeutet, Sie zahlen dem Teilnehmenden eine EQ-Vergütung. Die Höhe der Vergütung bestimmen Sie bzw. ist sie durch Regelungen des Betriebes oder durch Tarifverträge bestimmt.Das Unternehmen erhält einen pauschalen Anteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag im Monat (Arbeitsgeber-Pauschale) und deckt damit zum Großteil die Sozialversicherungsbeiträge ab.Für die EQ-Vergütung erstattet die Agentur für Arbeit dem Arbeitgeber derzeit eine maximale Förderhöhe von 276 Euro monatlich. Der Arbeitgeber trägt die Sach- und Personalkosten der EQ, sowie den Beitrag für die Berufsgenossenschaft. Bei betrieblichen Unterbrechungen von bis zu zwei Wochen (zum Beispiel bei Kurzarbeit oder witterungsbedingten Ausfallzeiten) läuft die Förderung weiter. Ihre Agentur für Arbeit zahlt rückwirkend monatlich die Förderung für die EQ-Vergütung und den pauschalierten Gesamtsozialversicherungsbeitrag.Muss der Teilnehmende während der EQ die Berufsschule besuchen?
Es sollte angestrebt werden, dass die Teilnehmenden während der EQ die Berufsschule besuchen. Damit kann die EQ ggf. auf die Dauer der anschließenden Berufsausbildung angerechnet werdenWie ist der Urlaub während der EQ geregelt?
Den Teilnehmenden ist Urlaub zu gewähren! Der Urlaubsanspruch ist durch den gesetzlichen Mindesturlaub im Bundesurlaubsgesetz oder bei Jugendlichen im Jugendarbeitsschutzgesetz festgelegt. Bei übergeordneten Regelungen im Betrieb oder greifenden Tarifverträgen, bestimmen diese die Berechnung des Urlaubsanspruch.Die Berechnung des unterjährigen Urlaubsanspruchs erfolgt nach betrieblichen Handlungsweisen.Falls die EQ nicht in ein Berufsausbildungsverhältnis übergeht, sind Sie verpflichtet dem EQ-Teilnehmer eine Bescheinigung über den im laufenden Kalenderjahr gewährten oder abgegoltenen Urlaub auszuhändigen. So können Doppelansprüche ausgeschlossen werden.Was muss ich zum Ende der EQ berücksichtigen?
Der Arbeitgeber erstellt ein betriebliches Zeugnis und übermittelt es zum Ende der EQ an die IHK. Bei Bedarf übermitteln wir Ihnen gern eine Vorlage.Die IHK erstellt auf Grundlage des betrieblichen Zeugnisses ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an der Einstiegsqualifizierung aus, das den Übergang in eine Berufsausbildung oder Beschäftigung erleichtern kann.Tipps zur Vorbereitung
- Legen Sie im Vorfeld der EQ mögliche Betriebsstationen, Praktikumsinhalte, Qualifizierungsbausteine, Dauer, Vergütung sowie Auswahlkriterien für Ihre Interessenten fest
- Melden Sie das EQ-Angebot an Ihre IHK
- Ihre IHK und Ihre Agentur für Arbeit unterstützen Sie bei der Bewerberansprache und -auswahl. Falls Ihr EQ-Interessent noch nicht bei der Agentur für Arbeit gemeldet ist, sollte er dies schnellstmöglich nachholen, damit die Fördervoraussetzungen geklärt werden können.
- Lassen Sie sich eine vorläufige Zusage für die Förderung bei Ihrer Agentur für Arbeit geben.
- Stimmen Sie mit Ihrer Agentur für Arbeit ab, ob unterstützende sozialpädagogische Hilfen erforderlich und möglich sind. Die Kosten können Ihrem Betrieb unter bestimmten Voraussetzungen erstattet werden.
- Verwenden Sie das Vertragsformular der IHK und leiten Sie bitte eine Vertragskopie an Ihre IHK weiter.
- Stellen Sie vor Beginn einer Einstiegsqualifizierung einen Antrag zur Förderung der Praktikumsvergütung bei Ihrer Agentur für Arbeit und fügen Sie eine Original-Ausfertigung des Einstiegsqualifizierungsvertrags bei.
- Melden Sie schließlich Ihren EQ-Teilnehmer bei der Krankenkasse und Berufsgenossenschaft an und legen Sie bitte die Bestätigung über die Anmeldung zur Sozialversicherung Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit vor.
- Für Jugendliche
Du bist dir nicht sicher, was du nach der Schule machen möchtest?
Wenn du dich nach der Schule nicht gleich in eine Ausbildung stürzen kannst oder möchtest, gibt es gute Alternativen um sich beruflich zu orientieren. Eine EQ bietet dir die Chance dich praktisch auszutesten und dabei nicht nur den richtigen beruflichen Weg zu finden, sondern gleich einen potenziellen Ausbildungsbetrieb von sich zu überzeugen.Die Einstiegsqualifizierung (EQ) für Dich kurz zusammengefasst:- ein betriebliches und sozialversicherungspflichtiges (bezahltes) Langzeitpraktikum
- die Inhalte der EQ orientieren sich an Ausbildungsinhalten anerkannter Ausbildungsberufe und sollen auf eine spätere Berufsausbildung vorbereiten
- es wird ein EQ-Vertrag geschlossen
- Ziel ist eine Übernahme in ein anschließendes Ausbildungsverhältnis, es gibt jedoch keine Verpflichtung für beide Seiten
- man hat Urlaubsanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetz bzw. Jugendarbeitsschutzgesetz bzw. geltenden Regelungen oder Tarifverträgen des Betriebes
- zum Abschluss gibt es ein betriebliches Zeugnis und ein Zertifikat der IHK über die erfolgreiche Teilnahme als Empfehlung für kommende Arbeitgeber
Eine EQ kann in Teilzeit erfolgen, wenn sie mindestens 20 Wochenstunden umfasst. DAmit soll z. B. der Besuch eines Sprachkurses ermöglicht werdenBerufsschule während der Einstiegsqualifizierung
Ist für Dich zum Vorteil. So kann die EQ ggf. auf die Dauer der anschließenden Berufsausbildung angerechnet werden. Das bedeutet eine Verkürzung der Ausbildung und einen früheren Start ins Berufsleben.Die Einstiegsqualifizierung Plus zielt auf förderungsbedürftige Jugendliche, die ohne Hilfe eine Einstiegsqualifizierung nicht erfolgreich absolvieren können. Teilnehmende an einer Einstiegsqualifizierung können in der begleitenden Phase der Assistierten Ausbildung (AsA flex) unterstützt werden.© Copyright: Andreas Franke
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