Branchentrends International
Wasserstoffstrategien in Europa
Mit grünem Wasserstoff lassen sich klimaschädliche CO2-Emissionen deutlich senken. Die Entwicklung hin zum grünen und somit ressourcenschonenden Wasserstoff wird weltweit vorangetrieben. Über 40 Staaten weltweit haben Wasserstoff-Strategien und Programme ins Leben gerufen. Die Entwicklung und Anwendung der Wasserstoff- Technologie wird durch politische Maßnahmen und Investitionen gefördert. Hot Spots des globalen Wasserstoffmarktes sind momentan: Japan, Südkorea, China und die USA (insbesondere Kalifornien). Doch es gibt auch Anwärter, die zukünftig die grüne Wasserstoffproduktion anführen wollen. Zum Beispiel Norwegen, Kanada, der Oman & die VAE und Chile, das unter anderem mit einer sehr guten Infrastruktur punktet und gute Voraussetzungen für die Erzeugung von erneuerbarem Strom bietet.
Veranstaltungen im Wasserstoff-Kosmos
Transatlantischer Dialog: Am 25. März 2025 lädt die AHK Kanada zu einem exklusiven Abendempfang im Stuttgarter Ratskeller ein. Treffen Sie führende Akteure der Wasserstoffbranche aus den kanadischen Wasserstoff-Hubs Vancouver BC, Edmonton AB und Trois-Rivières QB. Nutzen Sie diese einzigartige Gelegenheit zum Austausch – die Teilnahme ist kostenlos! Weitere Details finden Sie auf der Website der AHK Kanada.
Unternehmerreisen nach Norwegen, Kanada und in den Oman: Die baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern (BWIHK) bieten 2025 drei exklusive Geschäftsanbahnungsreisen zum Thema Wasserstofftechnologie an – nach Norwegen (Juli), Kanada (Herbst) sowie in den Oman & die VAE (Oktober). Nutzen Sie die Gelegenheit, direkt vor Ort wertvolle Geschäftskontakte zu knüpfen und gestalten Sie schon heute die Energieversorgung von morgen mit!
Wasserstoff Versorgung in Europa
Die Industrie in Deutschland ist bei der Erzeugung und Weiterverarbeitung von Wasserstoff bereits sehr fortschrittlich aufgestellt. Allerdings gibt es noch deutlichen Entwicklungsbedarf bei der Herstellung von grünem Wasserstoff. Diese erfolgt bisher nicht wirtschaftlich und ist im nationalen Umfang auch nicht bedarfsdeckend. Um den Bedarf von Wasserstoff bis 2030 decken zu können, setzt Deutschland auf Importe. Deutschland ist daher sowohl auf inner- als auch auf außereuropäischer Ebene auf Partnerschaften im Energiebereich angewiesen.
Europa soll Vorreiter beim Einsatz von Wasserstoff als Energieträger werden. Mit dem Green Deal der EU Kommission, der das Ziel ausgerufen hat, die CO2-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent, bis 2030 um 40 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent bis 95 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren, wird auch die Entwicklung der Wasserstoff Technologien geboostet, denn Wasserstoff gilt als einer der Schlüsseltechnologien bei der Erreichung der Klimaschutzziele. Der Einsatz von grünem Wasserstoff in industriellen Verfahren und Wirtschaftszweigen kann erheblich zur Dekarbonisierung beitragen. Bisher wird erneuerbarer Wasserstoff in Europa aber kaum eingesetzt, stattdessen erfolgt die Gewinnung vielfach noch aus fossilen Brennstoffen. Hier setzt die EU-Wasserstoffstrategie an. Durch verschiedene Fördermaßnahmen soll die Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft und somit auch der technologische Fortschritt zur Herstellung von grünem Wasserstoff verbessert werden. Langfristig wird damit die Sicherstellung einer vollständigen Lieferkette für die Wasserstoffversorgung in Europa verfolgt.
Für eine ausreichende Versorgung mit Wasserstoff für die verschiedenen Strategien der europäischen Länder, macht sich die European Hydrogen Backbone Initiative (EHB) stark. Sie soll ein grenzüberschreitendes Wasserstoffnetzwerk in Europa schaffen, zu dem sich schon 33 europäische Fernleitungsbetreiber aus 28 Ländern bekannt haben. Die EHB hat fünf Korridore ("A" bis "E") ausgemacht, über die Wasserstoff in Länder mit einem Energieimportbedarf – beispielsweise Deutschland – transportiert werden soll.
Förderungen für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien
Angesichts der weltweit hohen Nachfrage nach dem Ausbau an Wasserstofftechnologien stellt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit neue Fördermöglichkeiten für grüne Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien zur dezentralen, netzfernen Stromversorgung zur Verfügung. Mit der „Exportinitiative Umwelttechnologien“ werden Umwelttechnologien und der Know-how-Transfer in Schwellen- und Entwicklungsländer gefördert. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sollen im Rahmen der Fördermöglichkeiten dabei unterstützt werden, ihre Leistungen im Bereich Umwelttechnologien weiter auszubauen und diese auch auf Auslandsmärkten anzubieten. Ab sofort können über die Exportinitiative nun auch Projekte zur Förderung von grünen Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien eingereicht werden. Weitere Informationen zu den neuen Fördermöglichkeiten und zur Antragsstellung sind auf der Seite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zu finden.
Übersicht zu Studien, Initiativen und Förderprogrammen für den Bereich Wasserstoff
Im Folgenden finden Sie eine Übersicht an weiterführenden Links, um sich über verschiedene Studien, Initiativen und Förderprogramme zu informieren.
- Baden-Württemberg Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Fortschrittsbericht zur Wasserstoff-Roadmap für Baden-Württemberg
- Nationale Wasserstoffstrategie auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
- Europäische Wasserstoffstrategie auf der Seite der Europäischen Kommission
- Studie “H2-Förderkompass - Kriterien und Instrumente zur Förderung von Anwendungen für den Markthochlauf von Wasserstoff” des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) der Universität Köln.
- Studie “Hydrogen Insights 2024” zur Entwicklung und Trends der Industrie" vom Hydrogen Council & McKinsey & Company
- Exportinitiative Energie (Wassersoff) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
- Hydrogen Europe (repräsentiert die europäische Industrie, nationale Verbände und Forschungseinrichtungen, die sich mit dem Thema Wasserstoff / Brennstoffzelle beschäftigen; enthält u.a. auch eine Projektliste)
- Fördermöglichkeiten der Important Projects of Common European Interest (IPCEI) für Wasserstofftechnologien und -systeme. IPCEIs leisten als gemeinsame Investitionsanstrengung kooperierender europäischer Unternehmen, flankiert auch durch staatliche Förderung, einen wichtigen Impuls im europäischen Binnenmarkt.
- Forschungsrahmenprogramm Horizont Europa auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung