Aktueller IHK-Konjunkturbericht für das 2. Quartal 2025

Regionale Wirtschaft schöpft langsam Hoffnung
Das Stimmungsbild im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken hat sich im 2. Quartal 2025 aufgehellt. Allerdings ist dies vor allem auf optimistischere Geschäftserwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Die aktuellen Lageeinschätzungen haben sich kaum verbessert. Sie spiegeln die noch immer schwierige Gegenwart wider. Ein kräftiger Aufschwung lässt noch auf sich warten. Das sind die zentralen Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken, an der sich 328 Betriebe aller Branchen und Größenklassen mit insgesamt rund 82.500 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk beteiligt haben.
Die Linien geben jeweils den Saldo der Prozentanteile positiver und negativer Urteile der Unternehmen aller Branchen zur aktuellen Geschäftslage sowie zur erwarteten Geschäftslage an.
TIPP: zum Hineinzoomen in die Grafik, diese anklicken und mit gehaltener linker Maustaste nach rechts und nach unten ziehen.
In der Industrie hat sich die Lageeinschätzung spürbar verschlechtert. Die Industrieunternehmen leiden weiter unter einer schwachen Nachfrage, strukturellem Anpassungsdruck und internationalen Unsicherheiten. Erfreulicher fällt das Bild im Baugewerbe aus. Hier zeigt sich eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. Im Großhandel zeigt sich die aktuelle Lage weniger angespannt als noch im Vorquartal. Allerdings bleibt der produktionsverbindende Großhandel unter Druck. Im Einzelhandel verbessert sich die Geschäftslage spürbar. Das Kaufverhalten der Kundschaft hat sich leicht belebt. Auch im Dienstleistungssektor überwiegen wieder leicht die positiven Einschätzungen.

Unternehmen zeigen sich wieder etwas positiver

Trotz anhaltender geopolitischer Spannungen – vom schwelenden Handelskonflikt zwischen den USA und der EU bis hin zum 12-Tage-Krieg zwischen Israel und dem Iran im Juni – hat sich das Stimmungsbild in der regionalen Wirtschaft im 2. Quartal 2025 aufgehellt. Ausschlaggebend ist die wachsende Zuversicht auf eine konjunkturell bessere Zukunft, während die Lageurteile die noch immer schwierige Gegenwart spiegeln. Ihre aktuelle Geschäftslage bewerten die Unternehmen per saldo nur geringfügig besser als im Vorquartal. Mit jeweils rund 23 Prozent halten sich die positiven (Vorquartal 23 Prozent) und die negativen (Vorquartal 24 Prozent) Stimmen die Waage. Hinsichtlich der weiteren Geschäftsaussichten überwiegt vorsichtiger Optimismus. 23 Prozent (Vorquartal 17 Prozent) erwarten eine bessere zukünftige Entwicklung, während ein Fünftel (Vorquartal 21 Prozent) von einer Verschlechterung ausgeht. Dass die Erwartungen besser als die Lageurteile ausfallen, könnte ein erstes Anzeichen für eine beginnende Erholung sein.

Schwache Inlandsnachfrage weiterhin größtes Risiko

Die größten Sorgen bereiten weiterhin die schwache Inlandsnachfrage (56 Prozent, nach 66 Prozent im Vorquartal), die hohen Arbeitskosten (52 Prozent) und der Fachkräftemangel (48 Prozent, zuvor 43 Prozent). Die geopolitischen Spannungen werden von 43 Prozent als Risiko genannt (Vorquartal 45 Prozent). Die Sorge um die Wirtschaftspolitik nimmt auf 37 Prozent ab (Vorquartal 41 Prozent).

Schwäche am Arbeitsmarkt hält an

Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt schwach, aber stabil. 11 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) wollen neue Mitarbeiter einstellen, wie im Vorquartal planen 24 Prozent einen Stellenabbau.

Schnelle Erholung unwahrscheinlich

Trotz positiver Anzeichen scheint derzeit eine schnelle konjunkturelle Erholung unwahrscheinlich. Nach wie vor gibt es hierzulande große Standortprobleme wie hohe Kosten für Arbeit und Energie, eine in vielen Bereichen lähmende Bürokratie und erhebliche Unsicherheiten im internationalen Geschäft. Bei den Betrieben herrscht nur vorsichtiger Optimismus. In einem solchen Umfeld braucht es rasche und wirksame Maßnahmen. Das Investitionssofortprogramm sollte zügig umgesetzt werden. Ein schlechtes Signal ist es, die mehrfach zugesagte Stromsteuersenkung nicht für die gesamte Bandbreite der Wirtschaft umzusetzen. Wer Wettbewerbsfähigkeit sichern will, darf Entlastungen nicht weiter vertagen.

Video zum Konjunkturbericht Q2/2025

Das Interview “3 Fragen an Dorothee Kienzle” gibt es auf dem IHK-Youtube-Kanal.
Die vollständigen Ergebnisse enthält der Wirtschaftslagebericht (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 1092 KB) zum Download.

Eine interaktive Übersicht zu den neuesten Ergebnissen der IHK-Konjunkturumfrage enthält das IHK-Konjunkturboard Baden-Württemberg.

Die Ergebnisse der nächsten Umfrage werden im Oktober 2025 veröffentlicht.