Daten und Fakten
Geschichte und Profil der Commerzbibliothek
Historische Daten und Fakten
Die Geschichte der Commerzbibliothek mit allen wichtigen Ereignissen und Veränderungen chronologisch dargestellt - von den ersten Buchkäufen kurz nach der Gründung über den Großen Brand 1842 und den vollständigen Umbau im Jahr 2011 bis heute.
Jahr
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Ereignis
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1735
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Gründung der Commerzbibliothek
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1736
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Erste Buchkäufe. Es sollen die "neuesten und nützlichsten so von dem Commercio und der Navigation handelnden" Bücher angeschafft werden
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1737
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Bezug der offiziellen Räume in der sogenannten "Waage"
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ab 1737
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Anschaffung von Atlanten, Hafenplänen, Seekarten, Reisebeschreibungen, Hamburgensien
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1748
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Sämtliche Bücher werden in braunes Kalbsleder gebunden, und der bekannte Hamburger Kupferstecher Franz Nicholas Rolfsen erhält den Auftrag, zur Kennung der Bücher ein Exlibris anzufertigen
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1750
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Der erste Katalog der Commerzbibliothek erscheint in 100 Exemplaren, es handelt sich um einen der ersten gedruckten Kataloge überhaupt
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1755
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Weil festgestellt wird, dass zwei Bücher fehlen, wird ein Schmied beauftragt, einen Stempel zu entwerfen, der auf den Einband gedruckt wird
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1767
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Beginn der Bauarbeiten zur Erweiterung der "Waage" unter der Leitung des damaligen "Stararchitekten" Ernst Georg Sonnin
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1770
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Eröffnung der neuen Bibliothek. Besuch des schwedischen Kronprinzen Gustav von Schweden und anderer Prinzen und Fürsten
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1792
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Erstmals wird die Bibliothek als "Commerzbibliothek" bezeichnet
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1794
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Erstmals erhält die Commerzbibliothek einen festen Etat: 500 bis 600 Mark Courant
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1811
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Platzprobleme führen dazu, dass der Protokollist Johann Georg Mönckeberg einen Teil der damals rund 12.000 Bücher gegen jährlich 500 Mark Banco zu Hause aufbewahrt
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1833
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Nach schwierigen Jahren der französischen Besetzung wächst der Buchbestand wieder an, auch das Reisewerk Alexander von Humboldts wird gekauft
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1841
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Umzug in den ersten Stock der neuen Börse und Einrichtung der Bibliothek ganz nach englischem Vorbild. Der Buchbestand umfasst nun schon 25.000 Bände
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1842
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Den Großen Hamburger Brand übersteht die Commerzbibliothek mit nur 16 Bänden Verlust, die allerdings nicht dem Feuer zum Opfer fielen, sondern von ihren jeweiligen Entleihern nicht zurückgegeben wurden. Die Bibliothek verzichtet auf Ersatz
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1843
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Erstmals werden Ausleihen gegen Empfangsschein an bekannte Hamburger Bürger und Gelehrte genehmigt. Sofern diese eine Bürgschaft ausstellen, können auch andere Personen Bücher ausleihen
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1865
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Fertigstellung des Hauptkataloges
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1867
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Der Etat der Commerzbibliothek beträgt inzwischen 10.800 Mark Courant
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1890
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Im "Lesezimmer" werden in diesem Jahr 9.642 Bände und 73 Karten von 2.073 Personen genutzt. Ausgeliehen werden 3.237 Bücher und 7 Karten, 367 Bände werden in Gebiete außerhalb Hamburgs versandt
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1908
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Aufgrund des Baus der elektrischen Stadt- und Vorortbahn zieht die Bibliothek vorübergehend in die Professorenhäuser in der Domstraße
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1912
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Der Bestand wächst auf 120.000 Bände an
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1916
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Der nunmehr zehnte Katalog erscheint
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1919
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Umzug ins alte Johanneum am Speersort
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1920
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Die Inflation erschwert den Buchankauf erheblich - obwohl Unternehmer 120.000 Mark spenden, ist die Lage schwierig. Gebühren sollen jedoch nicht eingeführt werden
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1935
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Das 200. Jubiläum der Bibliothek wird mit einer Sonderausgabe des "Wißbyschen Waterrechts" und einer Kaffeetafel im Ratsweinkeller begangen
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1943
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In der Bombennacht zum 25. Juli verbrennen 94 Prozent der schon zur Evakuierung eingepackten Bücher. Gesamtverlust: 3.103.000 Mark. Die Bibliothek zieht wieder in das Börsengebäude
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1962
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Die Bibliothek wird im Börsengebäude neu ausgestattet. Neun Tage nach der Eröffnung werden durch die große Flutkatastrophe die Magazinräume überschwemmt. Trotz einer schnellen Rettungsaktion werden zahlreiche kostbare Bücher beschädigt
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1985
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Das 250. Jubiläum wird mit einer Ausstellung, einem Plakatwettbewerb und einer großen Feier begangen
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1996
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Umbau des Lesesaals und Umstellung auf EDV
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2004
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Gründung der HSBA Hamburg School of Business Administration, seither ist die Commerzbibliothek auch Hochschulbibliothek
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2008
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Gründung der "Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv"
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2009
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Bis zu diesem Jahr ist der Bestand auf 180.000 Bücher angewachsen. Ein Zwischenfall mit der Sprinkleranlage auf dem Dach der Handelskammer führt dazu, dass 25.000 Liter Wasser in das Magazin laufen und 5.000 Bücher beschädigen
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2010
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Das 275. Jubiläum der Commerzbibliothek wird mit Lesungen, Ausstellungen, Kino und einem "Tag der offenen Tür" gefeiert
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2011
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Umbau der Commerzbibliothek mit technischer Neuausstattung und Vergrößerung des Lesesaals auf zwei Ebenen
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2018
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Die Commerzbibliothek wird in das Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes aufgenommen. Große Teile des Bestandes stehen seitdem unter besonderem Schutz.
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2020
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Im 285. Jahr ihres Bestehens setzt die Commerzbibliothek zunehmend auf digitale Medien und bietet Ebooks sowie Zugang zu Datenbanken wie WISO, Statista, ProQuest Ebook Central und DBIS an.
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Video: Ein Blick in die Commerzbibliothek
Was wir bieten
Die Commerzbibliothek ist die älteste wirtschaftswissenschaftliche Bibliothek der Welt. Ihr Bestand ist heute auf rund 200.000 Medien angewachsen und umfasst die Sammelgebiete Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Handels-, Steuer- und Wirtschaftsrecht, Arbeits- und Sozialrecht, Auslandsrecht und Schiedsgerichtswesen.
Hinzu kommen die Bereiche Aus- und Weiterbildung, Politik und Geschichte, Umweltfragen und alles, was den EU-Binnenmarkt betrifft. Statistiken weist die Commerzbibliothek ebenso nach wie Geschäftsberichte, Firmenfestschriften und Mitgliederverzeichnisse der deutschen Auslandshandelskammern sowie einen großen Bestand an fortlaufenden Zeitungen und Zeitschriften.
Die Sammlung des historischen Bestandes (14. bis 19. Jahrhundert) besteht aus Atlanten, Seekarten, Reisebeschreibungen, Hamburgensien und den wichtigsten Hamburger Zeitungen und Zeitschriften des 18. und 19. Jahrhunderts. Hinzu kommt Literatur über Münzen, Maße und Gewichte, über Länderkunde und Schiffbau, über die Kameral- und Staatswissenschaften sowie das See- und Völkerrecht. Der historische Bestand ist seit 2008 Teil der "Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv" und kann auf Anfrage im Lesesaal genutzt werden.
Im Präsenzbestand des Lesesaals befinden sich rund 1.000 Bände für die tägliche Praxis, darunter Nachschlagewerke aller Art, Kommentare und Entscheidungssammlungen, zudem ausgewählte Zeitschriften und die wichtigsten Tages- und Wochenzeitungen.
Für die Benutzung im Lesesaal kann der gesamte Bestand, auch der historische, aus dem Magazin angefordert werden. Es stehen ein Buchscanner, ein Kopierer, ein Gruppenarbeitsraum und WLAN zur Verfügung.
Hinzu kommen die Bereiche Aus- und Weiterbildung, Politik und Geschichte, Umweltfragen und alles, was den EU-Binnenmarkt betrifft. Statistiken weist die Commerzbibliothek ebenso nach wie Geschäftsberichte, Firmenfestschriften und Mitgliederverzeichnisse der deutschen Auslandshandelskammern sowie einen großen Bestand an fortlaufenden Zeitungen und Zeitschriften.
Die Sammlung des historischen Bestandes (14. bis 19. Jahrhundert) besteht aus Atlanten, Seekarten, Reisebeschreibungen, Hamburgensien und den wichtigsten Hamburger Zeitungen und Zeitschriften des 18. und 19. Jahrhunderts. Hinzu kommt Literatur über Münzen, Maße und Gewichte, über Länderkunde und Schiffbau, über die Kameral- und Staatswissenschaften sowie das See- und Völkerrecht. Der historische Bestand ist seit 2008 Teil der "Stiftung Hanseatisches Wirtschaftsarchiv" und kann auf Anfrage im Lesesaal genutzt werden.
Im Präsenzbestand des Lesesaals befinden sich rund 1.000 Bände für die tägliche Praxis, darunter Nachschlagewerke aller Art, Kommentare und Entscheidungssammlungen, zudem ausgewählte Zeitschriften und die wichtigsten Tages- und Wochenzeitungen.
Für die Benutzung im Lesesaal kann der gesamte Bestand, auch der historische, aus dem Magazin angefordert werden. Es stehen ein Buchscanner, ein Kopierer, ein Gruppenarbeitsraum und WLAN zur Verfügung.
Buchpatenschaft
In ihrer langen Geschichte hat die Commerzbibliothek zahlreiche wertvolle Bücher erworben. Diese waren im Laufe der vergangenen fast 280 Jahre immer wieder starken Belastungen ausgesetzt, etwa durch die Bombenangriffe 1943 oder das Hochwasser 1962. Viele Bücher haben Schaden genommen und bedürfen der Restaurierung.
Ein Buch ist nicht bloßes Wissen auf Papier zwischen zwei Deckeln. Den Inhalt könnte man problemlos auf ein modernes Medium ziehen und sichern. Die handwerkliche Buchbinderarbeit garantiert die Haltbarkeit eines Exemplars und sichert die Zeitzeugnisse auch als haptisch "erlebbare" Güter. Als Pate helfen Sie, Wissen zu retten. Wir haben einige Bücher ausgewählt, die aufgrund ihres schlechten Zustandes eine handwerkliche Restaurierung erhalten sollen.
An unserem Buchpatenschaftsprojekt, das unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftssenator Frank Horch steht, kann jeder teilnehmen, der Interesse daran hat, unsere historischen Schätze zu erhalten. Natürlich freuen wir uns ganz besonders darüber, wenn Buchpaten die Restaurierungskosten für ein Buch vollständig übernehmen. Aber auch kleinere Spenden sind willkommen. Für Ihre zweckgebundene Spende erhalten Sie eine Spendenbescheinigung.
Unser Flyer "Buchpaten gesucht" (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 2055 KB) zum Buchpatenschaftsprojekt zeigt anhand von Beispielen, welche Schäden an den Büchern entstanden sind, und wie Sie bei der Rettung dieser Exemplare helfen können. Die Liste aller Bücher, die einen Paten suchen, ist lang. Wählen Sie hier ein Exemplar aus, für das Sie sich interessieren und an dessen Rettung Sie sich beteiligen möchten. Ein Klick auf "Buchpate werden" führt zu einer Emailadresse, unter der Sie sich für die Buchpatenschaft anmelden können.
Ein Buch ist nicht bloßes Wissen auf Papier zwischen zwei Deckeln. Den Inhalt könnte man problemlos auf ein modernes Medium ziehen und sichern. Die handwerkliche Buchbinderarbeit garantiert die Haltbarkeit eines Exemplars und sichert die Zeitzeugnisse auch als haptisch "erlebbare" Güter. Als Pate helfen Sie, Wissen zu retten. Wir haben einige Bücher ausgewählt, die aufgrund ihres schlechten Zustandes eine handwerkliche Restaurierung erhalten sollen.
An unserem Buchpatenschaftsprojekt, das unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftssenator Frank Horch steht, kann jeder teilnehmen, der Interesse daran hat, unsere historischen Schätze zu erhalten. Natürlich freuen wir uns ganz besonders darüber, wenn Buchpaten die Restaurierungskosten für ein Buch vollständig übernehmen. Aber auch kleinere Spenden sind willkommen. Für Ihre zweckgebundene Spende erhalten Sie eine Spendenbescheinigung.
Unser Flyer "Buchpaten gesucht" (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 2055 KB) zum Buchpatenschaftsprojekt zeigt anhand von Beispielen, welche Schäden an den Büchern entstanden sind, und wie Sie bei der Rettung dieser Exemplare helfen können. Die Liste aller Bücher, die einen Paten suchen, ist lang. Wählen Sie hier ein Exemplar aus, für das Sie sich interessieren und an dessen Rettung Sie sich beteiligen möchten. Ein Klick auf "Buchpate werden" führt zu einer Emailadresse, unter der Sie sich für die Buchpatenschaft anmelden können.